Ziele kontinuierlich weiterentwickelt

Zur Mitgliederversammlung des Maschinenrings Östlicher Tauberkreis in Laudenbach war über ein Viertel der über 820 Mitglieder gekommen. Sie erlebten einen vielfältigen Abend.

© Zeller

 

Laudenbach. Die meiste Zeit der 42-jährigen Geschichte der erfolgreich wachsenden Selbsthilfeeinrichtung haben Andreas Scharpf (25 Jahre), Reinhold Gehringer, Udo Nagel, Martin Pflüger (alle 30 Jahre), Alfred Heinze und Albert Kellermann (je 35 Jahre) miterlebt und maßgeblich mitgestaltet. Sie sind der Stamm der 36 Vollbeschäftigten des agilen Rings.

Seit zehn Jahren gehören Margit Bender, Mario Bröllos und Ulrich März dazu, und für anspruchsvolle Einsätze stehen seit seit 15 Jahren Anita Landwehr, Sabine Müller und Renate Seyfang bereit. Sie alle wurden durch den Vorsitzenden Reinhard Friedrich und Geschäftsführer Reiner Müller geehrt.

 

Bauer Willi redet Klartext

Laudenbach. Bauer Willi, im echten Leben Dr. Willi Kremer-Schillings, ist Bauer und Wutbürger, der sich für die Verständigung zwischen Bauern und Verbrauchern einsetzt. Auf seinem gleichnamigen Blog www.bauerwilli.com schreibt er gemeinsam mit einem Kollegen über den beruflichen Alltag und bewegende Themen rund um die Landwirtschaft. Bekannt ist er auch durch seine Auftritte bei Günther Jauch oder Markus Lanz.

Vor seinen vielen Berufskollegen in Laudenbach berichtete er humorvoll über "Das Bild der Bauern". Sein Weg zum unfreiwilligen Medienstar war nicht geplant. "Ich habe im Frühjahr 2015 zwei Briefe geschrieben, die mein heutiger Kollege Alois ins Netz gestellt hat. Nachdem der erste Brief "nur" 60 000 mal gelesen wurde, der zweite jedoch millionenfach gelesen und geteilt wurde, kamen wir aus der Nummer nicht mehr raus" berichtete er.

Es herrsche ein Dissens zwischen dem Bürger, der alles natürlich wolle und dem Verbraucher, der alles billig haben wolle.

 

"Um den Mitgliedern zu helfen, haben wir die Kernziele unseres Maschinenrings und seiner Töchter zielstrebig weiterentwickelt" machte Reiner Müller in seinem Geschäftsbericht klar. Die Einsparung von (Maschinen-)Kosten, die Maschinenvermittlung, der Maschinenverleih, die Betriebs- und Haushaltshilfe mit Personaldienstleistungen, die Schaffung von Zuerwerb und mehr Dienstleistungen, sichere Arbeitsplätze für die Mitarbeiter, die Weiterbildung, ein aktives Vereinsleben und der Ausbau des Maschinenangebotes dienten diesen Zielen, so der Geschäftsführer.

Durch die Zusammenarbeit mit dem Maschinenring könnten die Mitglieder viel Zeit und Geld sparen und die Lebensqualität erhöhen.

Der Maschinenring ist auf vielen Feldern aktiv. Müller nannte die umweltfreundliche Ausbringung von Gülle im Rahmen der Gülleverteilgemeinschaft Hohenlohe-Tauber mit 54686 cbm und 18000 cbm mit dem Schleppschlauchfass. Dazu kommen die Aussaat von Rüben, Mais und Getreide (411 ha ), der Pflanzenschutz (862 ha) der Mähdrusch von Getreide, Raps, Mais und Sonnenblumen von 5039 ha , die Traubenernte, die Bodenbearbeitung und die Vermittlung von Maschinen für die Landschaftspflege. Der Umsatz im Maschinenbereich belief sich auf über 1,7 Millionen Euro.

Ein wichtiges Arbeitsfeld des Maschinenrings ist die Landschaftspflege sowohl bei der Stadt Bad Mergentheim, dem Schlosspark Weikersheim, der Hohenloher Wasserversorgung, als auch privat und an den Taubertalhängen. Vier Kompostplätze und Recyclinghöfe im Kreis werden vom Maschinenring betreut, und auf 65 Objekten wurde der Winterdienst durchgeführt.

Ungefähr 32 000 Arbeitsstunden leisteten 15 männliche Betriebshelfer, 17 Helferinnen und die sieben MRS-Mitarbeiter. "Neben unseren 36 fest angestellten Mitarbeitern bietet der Maschinenring mit seinen Tochterunternehmen weiteren 104 Personen Beschäftigung, wobei der innerbetriebliche Maschineneinsatz nicht berücksichtigt ist" hob Müller hervor.

"Die Arbeit als Betriebshelfer ist oft nicht einfach und erfordert viel Fleiß, Einsatzbereitschaft und Flexibilität. Wir sind froh, dass wir so viele bewährte Helferinnen und Helfer bei uns haben" freute sich der Geschäftsführer." Die Betriebshelferinnen/Betriebshelfer seien damit ein sehr wichtiges Standbein des Maschinenrings.

Der Maschinenring tut sehr viel, damit die Mitglieder ihren Horizont erweitern, sich fortbilden und sich besser kennen lernen. Viele Fahrten für Jung und Alt wurden organisiert. "Sowohl die monatlichen Stammtische als auch die Seniorenausflüge werden sehr gut angenommen" freute sich Müller. Joachim Klein als Assistent der Geschäftsleitung stellte seine Hauptaufgabenbereiche vor. "Im vergangenen Jahr durften wir viele kleinere und größere Veränderungen in Gartenanlagen aller Art vornehmen," so Klein. Ein Hauptaufgabenbereich sei die Landschaftspflege. Neben dem Einsatz von herkömmlicher Technik habe man sehr gute Erfahrungen mit Spezialgeräten gesammelt und setze verschiedene ferngesteuerte Mulchraupen ein.

"Aber nicht nur in der Landschaftspflege wurde investiert. So haben wir auch 2016 wieder viele Maschinen und Geräte ausgetauscht, angemietet oder neu angeschafft" bilanzierte Klein. Eine wesentliche Änderung betrifft die Mietstation Markelsheim, denn diese wird verlegt. Die neue Station ist ab dem 15. März auf der Bioenenergie Tauberhöhe zu finden. Die Abwicklung erfolgt wie bisher über die Geschäftsstelle in Münster.

Stolz ist der Maschinenring, dass er mit seiner schlagkräftigen Gülletechnik auch die strengen Anforderungen der novellierten Düngeverordnung erfüllen kann. Auch die Wegepflegemaschine ist eine Erfolgsgeschichte, denn sie wird in ganz Süddeutschland nachgefragt. Neu war der Einsatz von Drohnen (Multicopter) zur biologischen Bekämpfung des Maiszünslers.

Reiner Müller gab abschließend einen Überblick über aktuelle Aktivitäten und geplante Veranstaltungen. So findet am 26. und 27. August wieder das Maschinenring-Erntefest statt.

Angesichts dieses zufriedenstellenden Berichts konnten die Regularien mit Kassenbericht, Kassenprüfung und Entlastung zügig abgewickelt werden.

Auch stellte sich der bisherige Vorstand wieder zur Wahl. Nicht mehr kandidierten Manfred Lanig (21 Jahre im Beirat, Igersheim) und Hans Bruder (zwölf Jahre, Niederrimbach). Für Manfred Lanig rückte Christian Stattelmann (Bowiesen) und für Hans Bruder Patrick Gehringer (Schonach) nach.

Tillmann Zeller